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14. Oktober 2010

Angerstein via Südostflanke (III-)

(gepostet im Bereich Berg)

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Endlich die letzten Prüfungen souverän absolviert und somit reichlich Zeit für eine feine Bergtour. Leider hält sich der Nebel bis weit über 1400 m, also muss ich gleich mal hoch hinaus. Im gipfeltreffen.at Forum war kürzlich ein feiner Bericht über die Großwand via Stuhlloch (II) am Gosaukamm. Klingt doch super.

Also flitze ich zum Gosausee und nutze die Seilbahn, um bequem über die Nebelgrenze zu gelangen. Tja, falsch gedacht. Inzwischen ist der Nebel weiter nach oben gestiegen und die Sichtweite beträgt ungefähr 20 Meter. Nun wird es Zeit einen neuen Plan zu schmieden. In rasantem Tempo lege ich den Weg zur Stuhlalm zurück, die ich nach 45 Minuten erreiche. Auch hier hat sich an der Nebelsituation nichts geändert. Also widme ich mich dem Studium der 10.000er Karte kombiniert mit dem AV Führer. Am Angerstein gibt es ja etliche Aufstiegsmöglichkeiten im Schwierigkeitsgrad II bis IV, die mir packbar erscheinen. So deponiere ich den Rucksack in der Hütte und wandere mit Fotoapparat & Wärmeschutz in den Nebel. Scheinbar ist der Nebel noch dichter geworden und ich finde die Bodenmarkierung des Weges 631 nicht auf Anhieb. Doch rasch weicht die Weide einem deutlichen Pfad und die Wegführung ist klar. Auf 1700m gelange ich endlich über die Nebelgrenze. Strahlender Sonnenschein empfängt mich. Der Blick über das Wolkenmeer ist genial. Wuchtig präsentieren sich Tennengebirge und Hochkönig. In der Ferne säumen die Hohen Tauern den Horizont. Bald verlasse ich den markierten Weg und nehme den Verbindungspfad hinüber zum Aufstieg des Angersteins. Hier gelange ich dann ein paar Höhenmeter hinab zur Weitschartenrinne, wo ein Wegerl steil bergan führt. Kurz vor dem Ende der Rinne führt rechterhand eine Grasrampe in die Südostflanke. Hier gibt es einige, mit Bohrhaken abgesicherte, Routen vom IV bis VII Schwierigkeitsgrad. Der Deyekamin schaut ja toll aus. Ich wandere um den Plattenpfeiler herum, wo der der Aufstieg über steiles, mit Rasenbändern durchsetztes, Gelände führt (II-​III). Eine schlitzartige Höhle sowie ein markantes Felsentor weisen den weiteren Weg. Laut Führer wäre auch ein Anstieg von der Angersteinrinne in der Südostwand möglich, doch ist dieser eher gefährlich als schwierig (IV) beschrieben. In der Flanke fühle ich mich sicher, doch die reichlich vorhandene Botanik ist nicht unbedingt des Kletterers Freund. Es sind jedoch viele gute Tritte und kompakte Felsen vorhanden, teilweise jedoch unangenehm voneinander entfernt. Absteigen würde ich hier auf keinen Fall. Für so was gibt es ja Normalwege ;). Andererseits bietet die südexponierte Wiese eine große Überraschung. Etliche fruchtende /Edelweiß|(Leontopodium nivale subsp. alpinum) schmücken den Aufstieg. Obwohl der Standort für diese Pflanze hier optimal ist, hätte ich mit einem Vorkommen hier nicht gerechnet.

Vorbei am Felsentor kraxle ich noch über schöne Platten (Vermutlich die Stelle mit III) und befinde mich schon am Südturm, wo ich in der Einschartung wieder auf den Normalweg treffe und in wenigen Minuten den einsamen Gipfel erreiche. Die Stimmung ist großartig. Vermutlich bin ich von der Kletterei noch etwas aufgeputscht, denn das langsam dahinziehende Wolkenmeer übt eine hypnotisierende Anziehungskraft auf mich aus. Zusammen mit der tief stehenden Sonne eine ganz fantastische Szenerie. Lange bleibe ich noch am Gipfel um ja jeden Sonnenstrahl einzufangen, bevor ich ins kalte, graue Nebelreich zurückkehre. Aber um 1720 muss ich doch noch aufbrechen, damit ich noch Tageslicht für den Abstieg habe. Bevor ich in den Nebel eintauche verfolgt mich noch ein /Brockengespenst. Meine Bedenken bezüglich Zeitplan sind jedoch unbegründet, da ich bis zur Weide kaum 30 Minuten benötige. Die Sichtweite hat sich noch mal verschlechtert. Kaum 15 Meter beträgt der Sichtradius. Hmm wo liegt hier die Stuhlalm? Moment! Ein leises Generatorwummern weist mir den Weg. Trotzdem bin ich erstaunt als kaum 10 Meter vor mir der Giebel der Almhütte auftaucht. Weglos bei diesem Nebel herumzuspazieren wären wohl nicht besonders empfehlenswert.

In der warmen, gemütlichen Gaststube verbringe ich einen ruhigen Hüttenabend. Außer mir sind nur zwei tschechische Kletterer und Wandersleute aus Norddeutschland da. Nach weiterem Kartenstudium bezüglich Großwand verkrieche ich mich um 2200 ins eiskalte Lager.

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