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5. Juli 2007

Sillian - Sillianer Hütte

(gepostet im Bereich Berg)

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Endlich! Der Alpenverein-​Wetterdienst meldet stabiles Wetter von Donnerstag bis Montag für die Karnischen Alpen. So flüchte ich um 0500 aus dem regnerischen Nordstau in Richtung Italien. Ab Gmünd stellt sich dann auch schon Schönwetter ein. Immer wieder erhasche ich Blicke auf die umliegenden Berge, wo bis etwa 2200 frischer Neuschnee runterfunkelt.

Um 0900 starte ich dann im Zentrum von Sillian über den Weg 473/403 hinauf zum Helm, wo sich die Staatsgrenze befindet. Natürlich gibt es auch die Möglichkeit mit dem Hüttentaxi hinauf bis zur Leckfeldalm zu fahren. Aber da fühle ich mich doch etwas in meinem Bergfexing-​Stolz gekränkt ;) Auf einem steilen Waldpfad gewinne ich rasch Höhenmeter bis ich einen großen Schlag erreiche, wo keine Markierungen mehr sichtbar sind. Hier immer entlang des rechten Schlagrandes direttissima aufwärts bis man wieder auf den markierten Weg trifft.

Nachdem ich die letzte Forstraße quere, die von Arnbach/Forchkaser heraufführt, verläuft der Weg wunderschön entlang eines munteren Bacherls in ein nordseitiges Hangbecken, das locker mit /Zirben (Pinus cembra) und /Lärchen (Larix decidua) bewachsen ist. Im Unterholz bereits einige Sträucher der /Rostblättrigen Alpenrose (Rhododendron ferrugineum), die wie sich der Wald immer mehr lichtet, häufiger werden, bis sie eine schöne rotblühende Zwergstrauchheide bilden. Weiters entdecke ich noch /Arnika (Arnica montana), Knollen-​Läusekraut (Pedicularis tuberosa), /Berg-​Nelkenwurz (Geum montanum) und noch etliche Pflanzen die in oberösterreichischen Kalkgebirgen fehlen. An den Felsen blüht zurzeit auch die /Steirische Berg-​Hauswurz (Sempervivum montanum subsp. stiriacum) die man leicht anhand an der rotbraunen Blattspitzen bestimmen kann. Dieser Landschaftsteil ist generell recht beeindruckend und wird laut naturkundlichem AV-​Führer von Einheimischen die "Pfanne" genannt.

Heftiger eiskalter Wind zwingt mich Haube und Gortex hervorzukramen. Inzwischen hat sich in meinem Rücken auch ein dunkles Wolkengebilde zusammengebraut und alles deutet auf Niederschlag hin. So beschleunige ich meinen Schritt und bin nach 3h30 kurz vor dem Sattel zwischen Sillianer Hütte und Helmhaus. Margit hat mich beim letzten Bergsteigerstammtisch schon bezüglich des schönen Ausblicks vorgewarnt, aber mit so einem bombastischen Panorama hab ich dann doch nicht gerechnet. Vom Ausblick auf die Sextener Dolomiten bin ich regelrecht überwältigt. Bizzare und sehr hohe Dolomitfelsen ragen in den Himmeln. An der Basis von riesigen Geröllfeldern gesäumt. Noch dazu umrahmt von saftigen grünen Wäldern und Wiesen. Beeindruckend ragt die Dreischusterspitze mit 3125 Meter empor. Zum ersten Mal erblicke ich die berühmten Drei Zinnen. Fantastische Felsnadeln. Diesen Ausblick muss man wirklich einmal erlebt haben. Dies denken sich auch die vielen italienischen Tagesgäste, die von Sexten mit der Seilbahn "aufgestiegen" sind und den Weg hinüber zur Sillianer Hütte bevölkern.

Am windverblasenen Kamm fallen die vielen weißblühenden Polster der sehr variablen /Alpen-​Frühlings-​Miere (Minuartia gerardii) auf, die ich fälschlicherweise als Krummblatt-​Miere (Minuartia recurva) bestimmt habe. Hier ein herzliches Danke an Franz Starlinger für die Bestimmungshilfe. Gemütlich wandere ich entlang des breiten Fußwegs mit grenzgenialer Aussicht hinüber zur Sillianer Hütte. Nach 1300 Höhenmetern Aufstieg hab ich mir schon ein gutes Bier verdient. Der "Wintergarten" als auch die Gaststube ist bei meiner Ankunft um 1300 Uhr gut gefüllt mit Tagesgästen, die sich aber nach dem Mittagessen wieder schnell vertschüssen. So sind um 1400 nur zwei Tische besetzt. Gemütlich sitze ich der warmen Stube, genieße Essen und Aussicht während draußen der eisige Wind vorbeifegt. Auch von der Hütte hat man immer einen tollen Ausblick auf die Dolomiten. "Desch isch sehr fein", denk ich mir auf tirolerisch

Die Hütte wird von einer sehr jungen Crew (23 bzw. 24 Jahre) betreut, die mit einer coolen Routine alles fest im Griff hat. Erwähnens-​ und lobenswert ist auch das selbst gebackene Brot auf 2400 Meter. Leider, leider gibt's nur bittersüßes Stiegl, wodurch ich rasch auf Franziskaner umsteige. Wie ich erfahre sind Mittwoch und Donnerstag die besten Tage um mit dem Karnischen Höhenweg zu beginnen. Tja ganz gut erwischt und endlich mal Glück.

Der weitere Weg zur Obstansersee Hütte wird mit 4h angegeben, sollte jedoch leicht auch in 3h machbar sein. Doch es ziehen immer wieder heftige Schneeschauer durch, die nicht wirklich zu einer Kammwanderung einladen. So verbringe ich den heutigen Tag in der Sillianer Hütte. Am Abend werden die Zinnen noch schön beleuchtet. Gleichzeitig weht ein Graupelschauer waagrecht daher. Eine ganz schräge aber sehr schöne Stimmung. Um 2230 verkrieche ich mich ins schöne Zimmerlager (8 € ) und träume schon mal den Weg weiter bis zur Porze Hütte.

Kommentare

Viktoria Schneider schrieb am 11.03.2008 um 18:40

Super Zusammenfassung und danke für dein Lob!
Noch schöne Touren und falls du wieder einmal kommst gib dich zu erkennen :-)
L.G.
Vicky
Sillianer Hütte

Harry schrieb am 12.03.2008 um 23:20

Servus Vicky,
Ja war wirklich sehr fein bei euch. Ich komm wieder! Ganz bestimmt ;) (Hab ja die Gipfel ausgelassen...)

Gruß
Da Harry

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