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8. Juni 2024

Kampermauer und Schwarzkogel

(gepostet im Bereich Berg)

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In den Wintermonaten habe ich den Wikipedia-​Artikel zum Reichraminger Hintergebirge komplett neu geschrieben und mich intensiv mit der Flora des Gebiets beschäftigt. Nach über zehn Jahren Pause freue ich mich auf eine Wanderung über Kampermauer und Schwarzkogel. Diese ist nicht nur landschaftlich schön, sondern auch botanisch äußerst lohnend. Insbesondere Anfang Juni zur Orchideenblüte.

Ich starte um 0730 bei der Puglalm. Sich auflösende Altocumulswolken kündigen einen herrlichen Frühlingstag an. Rasch überquere ich die saftige Almwiese und erreiche in wenigen Minuten den Einstieg zum Rumplmayrsteig. Im Wald sind auf Baumstümpfen unzählige rosa Kügelchen zu finden. Es handelt sich hierbei um unreife Fruchtkörper des Blutmlichpilzes (Lycogala epidendrum). Das Gelände wird nun deutlich steiler, die Buchen urwüchsiger und das Totholz mehr. Ich entdecke zwei schöne Exemplare der Vogel-Nestwurz (Neottia nidus-avis), eine ganz besondere heimische Orchidee. Durch das fast völlige Fehlen von Chlorophyll ist die Pflanze hellbraun und kann keine Photosynthese betreiben. Die Kohlenstoffversorgung erfolgt über einen Pilz (Mykorrhiza), meist aus der Gattung Sebacina. Der Pilz wiederum steht in Symbiose mit den Buchen. Somit ist es eigentlich der Baum, der die Orchidee versorgt. Klingt kompliziert. Ist es auch :)

Kaum eine Stunde später erreiche ich das Rumplmayrkreuz und lege eine kurze Pause ein. Die Tiefblicke ins Tal werden wunderschön von den Nordabstürzen der Haller Mauern umrahmt. In den tief eingesenkten Karen befinden sich nur noch spärliche Schneereste. Der Bergsommer wird heuer bald beginnen. Die kurzweilige Kraxlerei hinüber zur Kampermauer ist mit spektakulären Ausblicken auf schroffe Dolomitformationen garniert. Den Gipfel der Kampermauer erreiche ich gegen 0900, wo sich ein neues, schönes Gipfelkreuz befindet. Neu ist relativ, da mein letzter Besuch 2012 war. Ich bin allein am Gipfel und genieße den schönen Tag in Ruhe. Beim Betrachten der Haller Mauern wird mir plötzlich klar, dass ich den Scheiblingstein noch nie besucht habe. Und ein Wikipedia Artikel zu dieser Gebirgsgruppe wäre auch nicht schlecht.

Die Pläne werden notiert und weiter geht's hinunter zum Menauersattel. Sehenswert sind hier die vielen Buchen mit ausgeprägtem Säbelwuchs, der durch den Schneedruck entsteht. Der Gegenanstieg zum Schwarzkogel ist kurz und am Kamm eröffnet sich ein guter Blick über das Reichraminger Hintergebirge. Den Erosionstrichter des Staudenplangrabens finde ich immer wieder faszinierend. Aus botanischer Sicht müssen einige Exemplare der Woll-Königskerze (Verbascum alpinum) erwähnt werden. Diese Art ist in Oberösterreich selten, hier jedoch häufig anzutreffen. Es lohnt sich, eine einzelne Blüte genauer anzusehen. Der purpurne Bart der Staubfäden ist von bizarrer Schönheit. Zwischen den Kalksteinen wächst der Felsen-Ehrenpreis (Veronica fruticans), die hübscheste heimische Ehrenspreisart wie ich finde. Das kleine Gipfelkreuz bei der Tannschwärze lasse ich heute links liegen, die ausfliegenden Ameisen sind lästig. Beim Bankerl unterhalb des Gipfels kann ich noch einen Veilchen-Scheckenfalter (Euphydryas cynthia) fotografieren, bevor ich mit großen Schritten zur Spitzenbergalm hinunterlaufe. Unterwegs versuche ich mich an das Vorkommen des Holunder-Knabenkrauts (Dactylorhiza sambucina) im Bürstlingrasen unterhalb des Spitzenbergriedls zu erinnern. Laut meiner Beschreibung bzw. Fotos von 2009 muss es irgendwo zwischen den alten Baumstümpfen im oberen Bereich sein. Trotz intensiver Suche kann ich keine Exemplare finden. Aber auch die Grundblätter der Pflanzen kann ich nicht entdecken. Ich hoffe nur der Bestand ist inzwischen nicht erloschen.

Über die Hengstpassstraße erreiche ich um 1145 wieder die Puglalm. Kurz vor dem Almgebäude befindet sich ein Tümpel mit einem großen Bestand des Alpen-Laichkrauts (Potamogeton alpinum), das bereits Schwimmblätter ausgebildet hat. Der Ausklang dieser feinen Wanderung findet dann im gemütlichen Gastgarten der Karlhütte statt.

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20. Mai 2024

Hochseilgarten Natrun

(gepostet im Bereich Berg)

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Heute klappt es mit dem Hochseilgarten. Die Kids wollen natürlich gleich losstarten, aber zuerst müssen wir noch eine Unterweisung absolvieren. Das System zum Sichern finde ich überzeugend. Es ist während einer Route unmöglich sich auszuhängen. Also absolvieren wir der Reihe nach alle leichten Routen. Besonders die Seilrutschen machen Spaß. Wenn man mangels Körpergewicht hängen bleibt, rückt ein Betreuer als Bergretter aus :) Auch die mittelschweren Routen sind für uns kein Problem. Erik und Julia stellen sich sehr geschickt an und haben ein gutes Gespür für die Technik. Kein Wunder: Wir sind ja auch Berger und keine Gruber :)

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19. Mai 2024

Natrun

(gepostet im Bereich Berg)

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Wie auch in den letzten Jahren verbringen wir im Mai ein paar schöne Tage am Fuße des Steinernen Meers und machen einen Abstecher auf den Natrun. Der Waldrutschenpark steht zwar immer noch hoch im Kurs, aber die Kids wollen unbedingt den Hochseilgarten ausprobieren. Da er noch nicht geöffnet hat, wandern wir zum kleinen Tümpel östlich des Speichersees. Ich muss noch eine unbestätigte Pflanzenbestimmung vom letzten Jahr nachholen: Langblättriges Laichkraut (Potamogeton praelongus) oder nicht ist die Frage. Also hinein ins kühle Nass und ich fische mir ein Exemplar. Obwohl die Pflanze noch keine Schwimmblätter ausgebildet hat, ist sie schnell als Alpen-Laichkraut (Potamogeton alpinus) bestimmt. Nach getaner Arbeit spazieren wir rasch zur Bergstation retour. Leider sind inzwischen alle Klettergurte in Kindergröße weg. Julia und Erik sind natürlich enttäuscht. Wir beschließen die Kletterpartie morgen nachzuholen. Dank der vielen und sehr steilen Rutschen klappt der Abstieg rasant.

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15. Mai 2024

Hongar

(gepostet im Bereich Berg)

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Klassische After-​Worktour auf den Hongar. Nun, Ende Mai ist ein später Aufbruch kein Problem und auch noch nach 18:00 ist es im Gastgarten beim Schwarzen herrlich sonnig. Die Aussicht ist schön, das Essen köstlich und das Bier kalt. Was will man mehr?

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